Tipps zur Ausrüstung

Sie werden sich wie bei vielen Sportarten, nur dann richtig wohl fühlen, wenn Sie entsprechend ausgerüstet und funktionell gekleidet sind.


Wir müssen in der Praxis leider feststellen, dass Neulinge bei der Anschaffung der Ausrüstung sehr oft schlecht beraten werden.


Vermehrt bemerken wird, dass die Stöcke wegen einer vermeintlich neuen und bequemen Technik viel zu kurz ausfallen. Kaufempfehlungen, die zu einem Längenunterschied von bis zu 20 cm führen, sind je nach Interessenlage leider die Realität.

 

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Nachstehend einige Tipps aus unserer langjährigen Praxis bei den Nordic-Walking-Treffs und bei Kursen.

Nordic-Walking-Stöcke in der richtigen Länge:


Wichtig für die richtige Ausübung von Nordic-Walking ist die richtige Stocklänge. Wenn die Stöcke z.B. 3 cm zu kurz oder 5 cm zu lang sind, ist ein optimaler und damit gesunder Bewegungsablauf nicht mehr möglich.


Auch wenn Nordic-Walking vom Bewegungsablauf her, die "Sommervariante" des Skilanglaufs ist, können Sie Ihre Ski-Langlaufstöcke nicht verwenden, da im Sommer der Bewegungsablauf kürzer ist und die Körperstreckung des Skilanglaufes fehlt.


Diese Punkte sollten Sie beim Kauf unbedingt beachten:


1. Schritt - Vorsicht bei dieser Faustregel!


Nach den Angaben der Hersteller soll die günstigste Stocklänge für Nordic-Walking bei etwa 65 bis 70 Prozent der Körpergröße liegen. Nicht jeder Körper ist gleich gebaut. Wenn Sie beim Kauf oder der Bestellung der Stöcke nur nach der Körpergröße gefragt werden, sind Sie mit Sicherheit nicht gut beraten worden.


2. Schritt - Aber Vorsicht, das ist immer noch nicht die endgültige Lösung!


Als wesentlich genauere Möglichkeit zur Längenbestimmung an Ihrem Körper gilt der rechte Winkel zwischen Ober- und Unterarm. Fassen Sie den Griff bei gerade aufgesetztem Stock an. Mit dieser so ermittelten Länge liegen Sie schon richtiger, denn Sie haben nun die Länge der eigenen Beine und Arme in die Bestimmung der Länge einbezogen.


3. Schritt - Jetzt kommen Sie der richtigen Länge auf die Spur!

Für die Länge ist auch noch die Kondition des Sportlers, das Schritttempo, die Schrittlänge, das Gelände in dem gelaufen wird, die Beherrschung der Technik sowie die Intensität mit entscheidend. Nun sind alle Faktoren der Längenermittlung einbezogen.


Fazit:     Wer z.B. schneller läuft und die Technik besser beherrscht, muss etwas längere Stöcke benutzen, um als "richtig ausgerüsteter Nordic-Walker" unterwegs zu sein.

Ausgangspunkt für die richtige und funktionelle Länge der Stöcke ist der "rechte Winkel", wie oben beschrieben.

 

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Die Lösungsmöglichkeit für Sie:


Wir haben die Gründe für die unterschiedlichen Stocklängen erläutert. Wenn Sie als Einsteiger Stöcke gekauft haben, die zunächst noch in Ordnung waren, nach einiger Zeit die Technik jedoch besser beherrschen, schneller und auch wirklich gesund laufen, sollte der Stock angepasst (bis zu 5 cm länger) werden.


Was tun? Neue kaufen?


Einige Hersteller haben dieses Problem optimal gelöst. Es gibt sehr gute längenverstellbare Stöcke aus Aluminium- oder Carbonrohr, die sie Ihrem Bedarf anpassen können. Wir haben diese Stöcke für unseren Verein als Leihstöcke für Neulinge angeschafft und damit beste Erfahrungen gemacht.


Der einzige Nachteil:


Gute, verstellbare Stöcke sind etwas teuerer, als die oft angebotenen Glasfiber- oder sog. Carbonstöcke mit festen Längen im 5 cm Abstand. Die Gewichtsunterschiede zwischen den beiden Varianten sind unerheblich. Unterschiede in der Funktion sind nach vorliegenden unabhängigen Testergebnissen nicht vorhanden.


Die längenverstellbaren Stöcke haben sich in der Praxis bewährt und haben außerdem den Vorteil, dass diese dem Gelände oder Straßenbelag sofort angepasst werden können. Wer z.B. auf der Straße mit den Asphaltpads läuft (2-3 cm) kann seinen Stock sofort anpassen. Wenn Sie sportlicher Nordic-Walker sind und der Stock länger werden muss. Hilft ‚"gießen oder ziehen" nicht. Der Stock wächst nicht.


Vorsicht beim Kauf: Billigprodukte erfüllen nach unseren Erfahrungen nicht alle Erwartungen, insbesondere was die Handschlaufe und die Spitze anbelangt.

Verunsicherung durch viele Interessenvertreter und Institutionen.


Zu den Ausführungen im vorhergehenden Abschnitt erreichten uns viele Fragen. Viele "sog. Fachleute" erfinden aus kommerziellen Gründen die unterschiedlichsten Techniken (bis zu 21) und "erforschen und empfehlen" die unterschiedlichsten Stocklängen.

Leider werden dadurch viele Neulinge verunsichert. Eine weitere Folge ist die Tatsache, dass Ärzte zu Recht vor einer falschen Technik und falscher Ausrüstung warnen. Es können nämlich tatsächlich Gesundheitsprobleme auftreten. Fakt ist, dass bei vielen der plötzlich erfundenen Techniken die Stöcke viel zu kurz sind. Sicherlich ist es auf den ersten Blick leichter mit zu kurzen Stöcken zu laufen. Das hat aber zur Folge, dass die aufrechte Haltung, als ein herausragendes Merkmal des Gesundheitssportes vollkommen, verloren geht. Die Sportler laufen mit einem völlig runden Rücken und sind dadurch verspannt. Der effektive Stockschub mit geöffneter Hand ist nicht möglich, da der Stock einfach zu kurz ist. Es entsteht eine seitliche Rotation des Oberkörpers, um überhaupt Bodenhaftung zu haben. Mit einem zu kurzen Stock und einer gestreckten Hand kann weder eine Gelenkschonung erzielt werden, noch ist ein richtiger Muskelaufbau möglich. Nicht ohne Grund hat ein großer Radiosender Nordic-Walker mit zu kurzen Stöcken als "Geher mit Zahnstochern" bezeichnet.


Wann werden die "Erfinder" auf die Idee kommen, dass es für den Ausgangspunkt des Nordic-Walking, den Skilanglauf 21 verschiedene Techniken mit unterschiedlichsten Stocklängen geben soll???


Vorsicht beim Kauf: Billigprodukte erfüllen nach unseren Erfahrungen nicht alle Erwartungen, insbesondere was die Handschlaufe und die Spitze anbelangt.

 

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Handgriff und Handschlaufe, Trekkingstöcke


Wichtig ist es, den Griff richtig anzufassen. Speziell für Nordic-Walker entwickelte Handschlaufensysteme und Griffe ermöglichen eine optimale Anpassung an die Hand. Mit Corkgriffen haben Sie die beste (auch etwas teuere) Wahl getroffen. Die Spitzen aus Hartmetall sind sehr widerstandsfähig. Nur wenn Sie überwiegend auf Straßen unterwegs sind, sollte über die Spitze ein Asphalt-Pad aus Gummi aufgesteckt werden. Bitte dabei auf die Laufrichtung achten!


"Richtige Nordic-Walker" öffnen und schließen bei jedem Stockschub die Hand. Trekking-Stöcke haben eine ganz andere Zielsetzung. Die Griffe sind mit Fingermulden versehen, da im Berg die Hand nicht geöffnet wird. Die Handschlaufe ist höher im Griff angeordnet und hat eine andere Funktionen. Aus diesem Grund sind auf Dauer die Trekkingstöcke zum Nordic-Walken nicht gut zu verwenden, da die Griffmulden stören. Wenn die Stocklänge feststeht, sollten Sie sich "nach einer Testphase" wegen der besseren Handhabung Nordic-Walking-Stöcke zulegen.

 

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Unterschiedliche Fabrikate und Ausführungen bei den Stöcken


Der Handel bietet verschiedene Fabrikate an. Es bestehen erhebliche Preisunterschiede bei den verschiedenen Materialien (Glasfasermischungen/Carbonbeimischungen/Aluminium).

Es müssen oder sollen - was von verschiedenen Herstellern, Instructoren oder Trainern in der Werbung oder bei den Kursen empfohlen oder gefordert wird -nicht unbedingt Stöcke mit einem hohen Carbonanteil sein.

Nach Testergebnissen unabhängiger Institutionen gibt es - was das Rohr anbelangt - keine grundlegenden Unterschiede beim Nordic-Walking bei der Verwendung von Aluminium-, Glasfiber- oder sog. Carbonstöcken, was das Schwungverhalten, die Dämpfung, die Belastung der Gelenke und das Gewicht anbelangt..


Für Neulinge bei unseren Nordic-Walking-Treffs oder bei unseren Kursen, die in Nordic-Walking "hineinschnuppern" wollen, stellen wir in der Einstiegsphase "Leihstöcke" zur Verfügung. Bei uns gibt es keine Leihgebühr, wie dies bei anderen Anbietern der Fall ist.

 

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Funktionelle Bekleidung


Für die Sportausübung im Freien gilt, dass es kein unzweckmäßiges Wetter, sondern nur unzweckmäßige Bekleidung gibt. Sportbekleidung soll nicht nur gegen Wind und Wetter schützen, sie muss auch den Schweiß aufnehmen und an die Außenschicht weiterleiten. Trainingshose und Trainingsjacke sollten genügend Bewegungsfreiheit lassen. Ziehen sie mehrere Schichten an (Unterwäsche, T-Shirt, Jacke oder Weste). Dadurch wird einerseits ein Luftstau zur Wärmeisolierung aufgebaut, andererseits wird der Schweiß nach außen transportiert.


Mit den alten Baumwollfasern ist das allerdings nicht gegeben. Die moderne, atmungsaktive Sportbekleidung bringt viele Vorteile mit sich. Die angenehme Wirkung dieser modernen Fasern kann aber nur dann funktionieren, wenn von der Unterwäsche bis zur Außenschicht alle Kleidungsstücke zusammenpassen.

Unser Tipp für die Praxis: Für die Anfahrt zu einem Lauf-, Walking- und Nordic-Walking-Treff warme Kleidung überziehen. Falls Sie geschwitzt haben sollten, vor der Heimfahrt - auch wenn diese nicht weit ist - unbedingt trockene "Klamotten" anziehen. Das vermeidet Erkältungen.

 

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Besonders wichtig: Passende Laufschuhe!


Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Ausdauersportlers sind die richtigen Laufschuhe. Das gilt für Läufer, Walker und Nordic-Walker. Bei Schnee sind für Nordic-Walker auch leichte Trekkingschuhe möglich. Wenn Sie ernsthaft Ausdauersport anfangen wollen, dann bitte nicht mit

"Allzweckturnfreizeitschlappen" oder den "ausgelatschten" Sportschuhen, die aus früheren Zeiten vorhanden sind. Sie wollen doch sicher, dass Ihre Gelenke weiter in Ordnung bleiben. "Sportschuhe im Billigsonderangebot" sollten Sie für den Ausdauersport nicht erwerben!


Jeder Sportler braucht seinen speziellen Schuh! Nicht die Marke ist wichtig. Viel wichtiger ist es, den für Ihren Fuß richtigen Leisten, die richtige Sohle zur Beseitigung von eventuellen Fehlstellungen und die richtige Dämpfung für den entsprechenden Untergrund zu erwerben.


Die Beratung in einem Fachgeschäft ist obligatorisch. Kaufen Sie die Schuhe am Nachmittag, da die Füße im Laufe des Tages größer werden. Machen Sie den "Fingertest". Der Zeigefinger muss ohne Probleme hinter der Ferse Platz haben, dann ist der Schuh groß genug. Ansonsten kaufen Sie bei einem längeren Lauf die Wasserblasen gleich mit.